Nun ja, wenn er erschrickt, wenn er etwas zum Brüllen komisch findet, wenn er sich ekelt, sich über etwas aufregt oder wenn’s so richtig weh tut.
Stefan „Das Eich“ Eichner gibt in seinem ersten Soloprogramm „Zum Schreia“ genügend Anlass für Publikumsreaktionen jenseits von Gut und Böse. Leicht hat man es bei Eich´s Therapiestunden nicht: Da wird den Besuchern rotzfrech vermittelt, dass sie für "die paar Mücken Eintritt" schon mal gar nix zu erwarten haben. Franken, "Hochdeutschlern", Lokalpolitikern, Volksmusik-Terroristen und Festzeltbesuchern wird gnadenlos der Spiegel vorgehalten. Gut gemeinte, magische Momente enden in hoffnungslosem Chaos, obwohl sich der (un-)freiwillige Publikums-Assistent alle Mühe gibt. Dazwischen wird das Publikum mit äußerst skurrilen Aktionen konfrontiert, die Ihnen stellenweise das (Hirn-)Blut in den Adern gefrieren lassen. Man kann die Gedankenblasen über den Zuschauerköpfen förmlich erahnen: "Mein Gott, was macht der da oben?!?!".
Auch bei den zahlreichen "Zum Schreia"-Liedern verlangt Das Eich den Zuhörern einiges ab. Mal rabenschwarz, mal herrlich bescheuert und dabei doppelt und dreifach hintersinnig erzählt der Künstler von seiner eigenen kleinen Welt, in der GEZ-Fahnder und Zeugen Jehovas die Tür kaputtklingeln, der Franke sich entspannt gibt oder der Musikdownload noch mit "play" und "record" am Kassettenrekorder erfolgt.
Nach der zweieinhalbstündigen Reise durch Eichs Mikrokosmos sind sich die Besucher einig: Der Name ist Programm!
"Zum Schreia" - Sagen Sie nicht, man hätte Sie nicht gewarnt!